VOERE

Jagen mit LBW in Namibia

Aurora

 

 

Ich hatte mich also dazu hinreißen lassen meinem Sohn bei bestandener Reifeprüfung mit auf die Jagd nach Namibia zu nehmen.  Die Reifeprüfung gelang sogar mit Auszeichnung und so musste ich mein gegebenes Versprechen einlösen. Es sollte gleichzeitig unser Familienurlaub werden und mein treuer Begleiter Wastl, der mit mir auch schon in Zimbabwe und einige male in Namibia war, sollte mit von der Partie sein. Meine Frau jagt selbst nicht, begleitet uns aber gerne auf der Pirsch und ist genauso verliebt in das Sonnenland Namibia, wie ich es bin.

Neben meinem Sohn Florian , der auch die jagdliche Reifeprüfung abzulegen hatte ging es um eine weitere Reifeprüfung in technischer Hinsicht.

Die bekannte Kufsteiner Waffenschmiede VOERE –Austria legt gerade eine neue Produktserie von Jagdrepetierern auf und ich hatte die Ehre eine Testwaffe im Kaliber .300 Win.Mag auf Herz und Nieren bei dieser Jagd zu prüfen. Doch nun der Reihe nach.

Die Jagdfarm Aurora

Unser Ziel war die Jagdfarm Aurora etwa 80 Kilometer nordöstlich vom internationalen Flughafen Windhoek entfernt. Das gesamte Jagdgebiet umfasst 35.000 Hektar, ist wirklich sehr wildreich und gehört der Familie Schubert, die erst 1992 dort ihre neue Heimat gefunden hat nachdem sie ihre Ländereien in Kärnten verkauft hatte. Den Jagdbetrieb führt der zweitälteste Sohn Christian, der mit seinen 25 Jahren ein toller Jagdführer und zusätzlich auch Berufspilot ist. Die Farm verfügt über 4 großzügige Gästebungalows mit Terrasse, die mit gut gefülltem Getränkekühlschrank und einem ständig gefülltem Obstkorb  aufwarten. Diverse Freizeiteinrichtungen (Pool, Tennisplatz, Reitpferde-bald auch Wurftaubenstand)  machen den Aufenthalt noch angenehmer und die Familie Schubert zeichnet sich durch gediegene Gastfreundschaft und beste Betreuung der Gäste aus. Für das leibliche Wohl sorgt Christians Frau Brenda mit hervorragender Küche. Auch ein Abend auf der benachbarten Farm der Eltern von Christian stand am Programm, wo uns seine Mutter kulinarisch verwöhnte. Da dies bereits meine siebente Jagreise nach Namibia war habe ich schon einiges gesehen und kann Aurora und Familie Schubert nur das beste Zeugnis ausstellen. Im Sinne einer Reifeprüfung würde ich hier auch die Note „ausgezeichnet“ vergeben.

Die Jagd

Am 16. Juli 2004 landeten wir von München kommend mit der LTU früh morgens in Windhoek. Dank unserer guten Vorbereitung funktionierte die Waffeneinfuhr problemlos und wir wurden von Christian Schubert und seinem Vater Sepp herzlich begrüßt.  Nach einer Stunde Fahrzeit erreichten wir  Aurora wo wir unsere schönen Quartiere bezogen. Es war zwar täglich morgens ganz schön frisch und das Thermometer zeigte am frühen morgen beachtliche 5 Minusgrade.  Sobald aber die Sonne höher stand war es angenehm warm und vergleichbar mit unseren Sommern im Hochgebirge, was ja bei einer Seehöhe von Aurora von über 1700 Meter, leicht vorstellbar ist. Nach dem hervorragenden Mittagessen und einer kurzen Siesta ging es um ca . 15.30 Uhr auf die erste Pirsch. Dabei fuhren wir zuerst hinaus um unsere Waffen zu kontrollieren. Der neue VOERE Repetierer zeigte dabei auch sein Können. Alle drei Jäger setzten ihren Probeschuß in das innere Schwarze (Durchmesser ca. 10 Zentimeter) der etwa 100 Meter entfernten Scheibe, die unsere Fährtensucher noch vormittags händisch gemalt hatten. So stand einer weiteren Pirsch nichts mehr im Wege.

Christian erzählte uns noch von der hohen Gepardenpopulation und  wir sollten uns auch gleich einig sein, wer beim Auftauchen eines Geparden  schießen wolle. Die Geparden vergreifen sich liebend gerne an seinen Spring –und Blessböcken, verschmähen aber auch nicht so manchen Kalbsbraten. Da ich erst im letzten Jahr einen kapitalen Leoparden erlegt hatte (Aurora bietet auch spezielle Leopardenjagden an) ließ ich Wastl den Vortritt.  So passierte das fast unglaubliche. 10 Minuten nach unseren Probeschüssen erblickten wir einen Geparden am Weg vor uns. Dieser flüchtete von uns weg in den Busch. Wir stoppten sofort und Wastl sprang aus dem Fahrzeug. Ich reichte ihm die bereits durchrepetierte VOERE Büchse. Der Gepard verhoffte ebenfalls auf eine Entfernung von etwa 100 Meter. Wastl konnte einen angestrichenen Schuß abgeben, der Gepard zeichnete und war nach kurzer Flucht nicht mehr zu sehen. Nach einer kurzen Wartezeit begaben wir uns auf die Nachsuche.  Keine 15 Meter vom Anschuß  lag der gestreckte Gepard. Was für eine Freude.  Jeder der schon auf die gefleckten Katzen Afrikas waidwerkte kennt die Schwierigkeiten  dieser Jagd. Wastl konnte es erst gar nicht fassen was ihm hier für ein Waidmannsheil zu Teil wurde.

Nach ausgiebigem Fotografieren und Verladen des Katers versuchte Florian noch sein Glück auf einen kapitalen Oryx-Bullen. Dieser erste Versuch blieb jedoch leider ohne Ergebnis und zeigte dem Jungjäger die Schwierigkeiten  der Jagd. Wie heißt es so schön? –Nicht geschossen ist auch vorbei.

Am übernächsten Tag wurde Florians Ausdauer im Pirschen mit einem sehr guten Springbock und einem kapitalen Warzenkeiler belohnt und er hatte auch hier seine Reifeprüfung weg. Natürlich wurde das ganze auch zünftig vollzogen und sein Jung/Jäger/Männer-Gesicht von Christian ordentlich mit Springbockschweiß gekennzeichnet.

Auch mir war Diana hold und ich konnte nach vorherigen vergeblichen Pirschversuchen ein kapitales Weißwedelgnu erlegen. Mein erster Schuss war absolut tödlich aber das Black Wildebeest rannte noch über 200 Meter als es unter meiner zweiten Kugel zusammenbrach. Die Mühen hatten mir einen weit die Goldmedaillen – Maße übertreffenden Bullen beschert.

Florian und Wastl gelang es noch je ein hochkapitales Hartebeest zu strecken. Beide Trophäen hatten auf den Zentimeter die selben Maße und übererfüllen ebenfalls das Goldmedaillenmaß der NAPHA (Namibian Professionell Hunters Association). Der Reichtum an Hartebeestern war fast unglaublich. Mehrmals sahen wir Herden mit über hundert Stück !

Unser Jagdführer Christian zeichnete sich während der ganzen Jagd durch hervorragende Ansprechkenntnisse und angenehme, alles hektische vermeidende und kompetente Pirschführung aus. Insbesondere zeigte er viel Einfühlungsvermögen  bei der Führung unseres Jungjägers. Nebenbei sei noch erwähnt, dass wir uns bei einem Ansitz an einer Wasserstelle neuerlich vom Wildreichtum Auroras überzeugen konnten: In eineinhalb Stunden habe ich, neben Oryx, Giraffen und Zebras, über 50 Warzenschweine gezählt bzw. habe bei 50 einfach zu zählen aufgehört. Auch 2 weitere Geparden und einen Karakal bekamen wir noch in Anblick. Reifeprüfungsnote für die Jagd insgesamt: Ausgezeichnet.

Die Waffe LBW 20-03

Die neue Produktlinie von VOERE umfasst 3 Varianten von Repetierern. Es gibt eine Standardvariante mit seitlicher Schiebesicherung und etwas einfacheren Schaft. Die Luxusvariante hat besseres Schaftholz und verfügt über ein Spannschloß das es erlaubt die geladene und entspannte Waffe sicher zu führen und kurz vor der Schussabgabe erst gespannt wird. Die dritte Variante -De Lux - ist eine Take-Down Version zusätzlich zu den Features der Luxus Variante. Allen Varianten gemeinsam ist, dass sie über einen massiven 3 Warzenverschluß mit direkter Verriegelung im Lauf verfügen. Die Systemhülse und der Verschluß bestehen aus hochfestem Aluminium  und führen dazu, dass ein Gesamtgewicht der Waffen ab 2,7 Kilogramm möglich ist, was der Bergjäger und auch ältere Semester zu schätzen wissen. Der auswechselbare Verschlusskopf besteht natürlich aus Stahl.  Es sind alle üblichen Abzugsvarianten möglich wobei bereits die Standardvariante mit einem Matchdirektabzug ausgestattet ist. Auch ein Wechsel innerhalb der Kalibergruppen ist problemlos möglich. Durch bereits vorgegebene Bohrungen sind sämtliche Zielfernrohrmontagen möglich und die hauseigene hochpräzise und schussfeste Schnellwechselmontage ist nicht nur kostengünstig sondern auch besonders empfehlenswert. Nach Afrika begleitete mich eine Waffe der Standardserie im Kaliber .300 Win.Mag.  Diese wurde bereits zu Hause ausgiebig auf dem Schießstand getestet. Wie nicht anders zu erwarten ergab die direkte Verriegelung im Lauf und engste Passungen hervorragende Schussbilder. Die Waffe verdaute auch unterschiedlichste Munitionsfabrikate sehr gut. Das serienmäßige Ansteckmagazin erwies sich sowohl am Schießstand als auch auf der Jagd sehr praktisch. Die Preise der neuen Waffen werden € 897.- für Standard, € 1.296.- für Luxus und € 1.896.- für DeLux betragen. Ein Wechselsatz wie im abgebildeten Koffer stellt sicher eine solide Grundausrüstung für jeden Jäger dar. Auf den staubigen Pirschen im Busch hat sich die Waffe aufgrund ihres geschlossenen Aufbaus hervorragend bewährt. Insbesondere die Kannelierung der Kammer beugt verschutzungsbedingten Problemen vor. Bereits die Standardvariante bietet ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis. Natürlich wurde die Waffe auch von unseren Jagdführern ausgiebig bestaunt und bewundert. Am Ende unsereer Reise verbrachten wir auch noch 2 Tage auf der Ranch Etango von Volker Grellmann, Großwildjäger und Ahnherr der Trophäenjagd in Namibia. Auch ihm konnte ich die Waffe vorlegen und er war insbesondere aufgrund des geringen Gewichts und des guten Preis/Leistungsverhältnisses sehr angetan. Für den ambitionierten Profi baut VOERE neben dieser Produktlinie eine hervorragende Großwildbüchse, die bereits auch bei diversen Messen präsentiert wurde.

Im Sinne der Reifeprüfung würde ich auch hier sagen: Mit Auszeichnung bestanden.

Ich bin überzeugt, dass meinem Reifeprüfling die Erlebnisse dieser Reise  ein Leben lang im Gedächtnis  bleiben werden. Allen Lesern dieses Artikels wünsche ich ebenfalls zumindest einmal die Möglichkeit zu haben  ähnliches zu erleben. Eine Warnung möchte ich jedoch schon noch aussprechen: Vorsicht-Afrika macht süchtig.

 

 

 

 

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